Fair Pay - Fair Play: Der Ball ist rund und fair

 

 

 Warenkunde Ballpflege Handelspartner Ballproduktion Ballsortiment Faire Preise

Fair Pay - Fair Play  - Stoppt Kinderarbeit

Alle gepa-Fairbälle sind ein Premium-Produkt:     

u   handgenähte Bälle aus hochwertigem Synthetikmaterial

u   strapazierfähig, abriebfest und formstabil

u   alle mit langlebiger Latex-Blase

u   sehr gute Flug- und Spieleigenschaften

u   Trainingsball Winner, Fußball Euro,

u   Freizeitball Goal und Jugendfußball Junior entsprechen den DFB-Richtlinien

 

 Pakistan ist Weltmeister in der Ballproduktion

u   80% der weltweiten Ballproduktion kommen aus der pakistanischen Stadt Sialkot.

u   Zu WM-Zeiten werden dort, so schätzt man, ca. 40 Millionen Fußbälle gefertigt.

u   Alle Bälle werden nach wie vor traditionell aus 32 einzelnen Waben von Hand zusammengenäht.

u   Noch 1996 haben etwa 7000 Kinder in Sialkot und Umgebung Fußbälle genäht.

u   Die großen Ballimporteure und ihre pakistanischen Zulieferer haben zusammen mit Unicef Pakistan und der internationalen Arbeitsorganisation  

                (ILO)  das so genannte Atlanta-Agreement unterzeichnet.

                Ziel des Abkommens: Die Abschaffung von Kinderarbeit in der Fußballproduktion.

  

Die gepa und Talon Sports gehen einen Schritt weiter: fair Pay — fair Play

 Bereits 1998 brachten die gepa und ihr Handelspartner Talon Sports den Fairball ins Rollen. Das bedeutet für Näherinnen und Näher:

u   Höhere Stücklöhne pro Ball;

u   keine Kinderarbeit, damit Kindern eine Ausbildung ermöglicht wird;

u   Finanzierung eines Fonds u.a. für Kleinkredite und Sozialmaßnahmen, z.B. medizinische Versorgung;

u   Einrichtung von Nähzentren für Frauen, die in den großen Nah­zentren im islamisch geprägten Pakistan nicht mit Männern zusammenarbeiten dürfen:

u   1998 gab es schon 19 Nähzentren für Frauen in den Dörfern, 2003 sind es 48.

Die Initiative von gepa und Talon Sports macht Kinderarbeit überflüssig, verbessert die Einkommenssituation und fördert die Unabhängigkeit der Näherinnen und Näher.

Unser Ziel: Verkauf von 100.000 Bällen pro Jahr zur dauerhaften Sicherung des Projekts. 

 

 

Der “Faire Ball” führt zum Erfolg

Talon Sports, der gepa-Handelspartner, hat das Atlanta-Agreement unterzeichnet und gehört zu den ersten drei Firmen,denen die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) aufgrund ihrer Kontrollen bestätigt hat, keine Kinder zubeschäftigen. Aus den Mehrpreiszahlungen des Fairen Handels können die Näherinnen und Näher zum Beispiel Kleindarlehen von je 500 € in Anspruch nehmen. Von den bisher 276 Darlehen wurden die ersten fünf bereits zurück gezahlt.

Aufpumpen und Pflegen

Das richtige Aufpumpen

 

Alle gepa-Bälle sind mit einem Hohlnadelventil ausgerüstet. Für das Aufpumpen sollten Sie immer eine hochwertige Ballpumpe mit Universal- oder Hohlnadel-Nippel verwenden. Bitte niemals einen konischen Nippel verwenden, da dadurch das Ventil dauerhaft beschädigt würde!

Bitte feuchten Sie vor dem Aufpumpen den Nippel der Ballpumpe mit Ventilöl oder Vaseline an oder geben Sie 1-2 Tropfen Ventilöl direkt ins Ventil. Erst danach den Ball mit senkrecht eingeführtem Pumpennippel auf den gewünschten Spieldruck aufpumpen.
  

Wir empfehlen folgenden Spieldruck bei unseren aktuellen Bällen:

Art.-Nr.

Druck

Wettspielball Pro mit FIFA-Siegel

700 95 25

0,8 – 0,9 bar

Wettspielball Pro International

700 95 26

0,8 – 0,9 bar

Trainingsfußball Wingmaster Iceblue

700 95 28

0,6 – 0,7 bar

Trainingsfußball Wingmaster Silver

700 95 29

0,4 – 0,5 bar

Trainingsfußball Wingmaster White

700 95 30

0,3 – 0,4 bar

Straßenfußball Wingmaster Streetsoccer

700 95 31

0,6 – 0,7 bar

Freizeitfußball Spiro

700 95 32

0,5 – 0,6 bar

Miniball Kid Star

700 95 33

0,3 – 0,4 bar

Beach-Volleyball Magma

700 95 34

0,2 – 0,3 bar

Wir empfehlen die Überprüfung des richtigen Spieldrucks mit einem Luftdruckprüfer
Stand: März 2006

 

Die richtige Pflege

 Bei allen gepa-Bällen handelt es sich um hochwertige Qualitätsprodukte. Bei sachgemäßer Behandlung werden Sie viele Jahre lang Freude an einem fair gehandelten gepa-Ball haben.

 

Bitte beachten Sie folgende Empfehlungen:

u   Der Ball sollte in einem trockenen Raum bei einer Temperatur zwischen + 15 °C und + 25 °C aufbewahrt werden. Aber bitte den Ball nicht in der Nähe von Wärmequellen lagern!

u   Bei Bedarf den Ball mit einem feuchten Tuch abwischen.

u   Bitte den Ball niemals mit Ballfett einfetten!

u   Bei Frostwetter bitte dafür sorgen, dass der Ball absolut trocken ist, bevor er benutzt wird.

u   Regelmäßig 1 - 2 Tropfen Ventilöl ins Ventil geben oder heim Aufpumpen immer ein wenig Ventilöl oder Vaseline auf den Nippel der Ballpumpe geben.

 

 

 

Ballsortiment - Dieses Sortiment ist nicht mehr aktuell. Bei Interesse bitte nachfragen.

Ein neues, sportliches Design und die neue Anti-Leak-Butyl-Blase* machen den Unterschied! Unsere Bälle werden nach wie vor mit der Hand genäht und kommen aus der Fußballproduktions-Metropole Sialkot in Pakistan. Wir haben unser neues Sortiment in Anlehnung an die Jugendordnung des DFB (Deutscher Fußball-Bund) zusammen gestellt, die Mitte 2006 für alle Vereine verpflichtend ist.

Trainingsfußball Wingmaster "Iceblue" hochglänzendes PU-Obermaterial, 4-fach mit Polyester laminiert, Anti-Leak-Butylblase, Größe 5, 410–450 g, geeignet für den A- bis C-Jugendbereich (15–18 Jahre) und Erwachsene
Trainingsfußball Wingmaster "Silver"
hochglänzendes PU-Obermaterial, 3-fach mit Polyester laminiert, Anti-Leak-Butylblase, Größe 5, 350–390 g, geeignet für den D- (11–12 Jahre) und E-Jugendbereich, (9–10 Jahre)
Trainingsfußball Wingmaster "White"
hochglänzendes PU-Obermaterial,
2-fach mit Polyester laminiert, Anti-Leak-Butylblase, Größe 5, 290 g,
geeignet für den F-Jugendbereich (6–9 Jahre)
Straßenfußball Wingmaster
"Street Soccer "

abriebfestes und strapazierfähiges Obermaterial aus reinem Natur-Kautschuk, 4-fach mit Polyester laminiert, Anti-Leak-Butylblase, Größe 5, 410–450 g

Mit diesem Ball darf auf der Straße gekickt werden.

 
Freizeitfußball "Spiro"
glänzendes PU-Obermaterial, 2-fach mit Polyester und 2 Baumwolllagen laminiert, Anti-Leak-Butylblase, Größe 5, 410–450 g

 

Miniball "Kid Star "
glänzendes PU-Obermaterial, 2-fach mit Polyester und einer Baumwolllage laminiert, Latex-Blase, Umfang ca. 47 cm, 180–190 g
Kleine Sportfreunde werden diesen knalligen Ball lieben.

 
  Wettspielball Pro FIFA mit FIFA-Siegel
glänzendes, qualitativ hochwertiges PU-Obermaterial, 3 Polyesterlagen und Bläschenfolien, robuste Latexblase, Größe 5, 410–450 g
Wettspielball Pro International mit IMS-Siegel
glänzendes, qualitativ hochwertiges PU-Obermaterial, 3 Polyesterlagen und Bläschenfolien, robuste Latexblase,
Größe 5, 410–450 g, mit IMS-Siegel

 
Beach-Volleyball "Magma"
wasserfestes, strapazierfähiges Synthetik-Obermaterial, texturierte Beschichtung, 2-fach mit Polyester und 2,5 mm Polster laminiert, Anti-Leak-Butyl-Blase, Umfang ca. 66–68 cm, Gewicht 280–300 g
Dieser leuchtende Ball darf getrost ins Wasser fallen; bei Kontakt mit Salzwasser: Bitte immer anschließend mit Süßwasser abspülen und trocken reiben!

 

Anti-Leak-Butyl-Blase
Alle neuen Bälle sind mit einer Anti-Leak-Butyl-Blase ausgestattet. Butyl ist ein Kunststoff, der – im Gegensatz zum natürlichen Latex – weniger anfällig ist, nach längerer Zeit luftdurchlässig zu werden. Nach dem sachgemäßen Aufpumpen sind die gepa-Bälle auch nach einigen Wochen noch prall und spielbereit!
Unser aktuelles Ballsortiment wurde in Deutschland in einem renommierten Institut einem speziellen Belastungstest unterzogen, und alle Bälle haben gut abgeschnitten.

 

 

Handelspartner

 

700 Talon Sports

Land: Asien - Pakistan
Produkt:  Bälle

Das Land in Stichworten
Pakistan ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland und grenzt an Indien, Afghanistan, Iran und China. Die Hälfte des Landes sind unfruchtbares Bergland im Westen sowie Wüsten und Steppen entlang der Grenze zu Indien. Nur auf einem Viertel der Fläche wird der größte Teil der landwirtschaftlichen Produkte angebaut, entlang des Indus und seiner Nebenflüsse. Dort leben auch drei Viertel der Bevölkerung und befinden sich fast alle größeren Städte. Die Einkommensverteilung ist ungleich: etwa 34 Prozent der Menschen gelten nach den Standards des Landes als arm. Besonders hoch ist die Rate der Analphabeten mit 55 Prozent aller Menschen über 15 Jahre. Ebenso schlecht ist die medizinische Versorgung: ein Arzt kommt auf etwa 1 800 Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftssektor, doch sind ihr Grenzen gesetzt. Eine Ausweitung der Flächen ist aufgrund der Geografie kaum noch möglich. Deshalb verlassen immer mehr Menschen die ländlichen Regionen und versuchen ihr Glück in der Stadt. Dort finden sie aber auch nicht genügend Arbeitsplätze, höchstens schlecht bezahlte, wie zum Beispiel in der Textilindustrie oder der Sportartikelindustrie. Konkurrenz machen diesem Industriezweig vor allem Firmen aus Indien und Volksrepublik China, die billigere, mit der Maschine genähte Fußbällen auf dem Weltmarkt anbieten.

Die Organisation
Die Stadt Sialkot im Nordosten Pakistans ist das Zentrum der Sportartikelindustrie. Sialkot hat rund 500 000 Einwohner und davon arbeiten etwa 30 000 in diesem Wirtschaftszweig. Fast alle namhaften Sportartikel-Weltmarken werden dort von Subunternehmen hergestellt. Aufgrund von starkem internationalen Druck haben sich die kommerziellen Firmen in der so genannten Atlanta-Vereinbarung inzwischen fast alle verpflichtet, auf die Arbeit von Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren zu verzichten. Dies wird bei unserem Handelspartner Talon Sports in Sialkot auf drei Ebenen kontrolliert: von der sozial engagierten Firma selbst, von der IMAC (Independent Monitoring Association for Child Labour) als Nachfolgeorganisation der internationalen Arbeitsorganisation ILO und von der „Talon Fair Trade Workers Welfare Society“. Doch der Ansatz von Talon Sports und gepa geht noch weiter über das Verbot von Kinderarbeit hinaus. Die niedrigen Preise, die im kommerziellen Handel für die Bälle bezahlt werden, gehen in erster Linie zu Lasten der Ballnäherinnen und –näher. Sie haben unter anderem kaum Zugang zu medizinischer Versorgung und zur Schulbildung für ihre Kinder. Um eine Alternative zu den Bällen aller großen Hersteller und für die Ballnäherinnen und –näher zu schaffen, bietet die gepa seit 1998 Fußbälle von dem Familienunternehmen Talon Sports aus Sialkot an. Die gepa zahlt für die fair gehandelten Bälle durchschnittlich 21 Prozent mehr als der übliche Preis für Exportbälle. Je nach Qualitätsstufe werden pro Ball Prämien zwischen 0,80 US-Dollar und zwei US-Dollar gezahlt. Insgesamt erhielt Talon Sports bisher etwa 242 000 US-Dollar an Mehrpreisgeldern (Stand 27.5.2004).Über die Verwendung dieses gepa-Mehrpreises entscheidet das Direktorium der „Talon Fair Trade Workers Welfare Society“. In dieser Vereinigung sind sowohl Ballnäherinnen und -näher, Vertreter von lokalen Nicht-Regierungsorganisationen als auch Vertreter von Talon Sports repräsentiert. Im Direktorium sitzen eine Ballnäherin, ein Ballnäher, drei Mitarbeiter von Nicht-Regierungsoranisationen und als Berater der Geschäftsführer von Talon Sports. Sie entscheiden gemeinsam darüber, wie der gepa-Mehrpreis, der in einen eigenen Fonds fließt, eingesetzt wird. Im Wesentlichen geht er bislang in vier Bereiche:

1. Lohnaufschlag
Für das Nähen von fair gehandelten Bällen erhalten die Näherinnen und Näher von Talon Sports Löhne, die je nach Modell zwischen 20 und 60 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau liegen.
2. Darlehen
Etwa 280 Existenzgründer erhielten in Sialkot und Umgebung von der „Talon Fair Trade Workers Welfare Society“ Darlehen - zwischen 10 000 und 50 000 pakistanischen Rupien pro Person (27.5.2004: zwischen 148,80 und 743,90 Euro). So entstanden kleine Läden, Teehäuser, Frisörgeschäfte, oder es wurden zum Beispiel Wasserpumpen angeschafft. Fast alle Darlehen wurden bereits wieder zurück gezahlt.
3. Gesundheit
In den Räumen der „Talon Fair Trade Workers Welfare Society“ in Sialkot wurde für alle Talon-Mitarbeiter und deren Angehörige ein kleines Gesundheitszentrum eingerichtet. Ein Arzt praktiziert dort am Vormittag, unterstützt von drei Fachkräften, die den ganzen Tag über Patienten versorgen. Zudem können sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Talon Sports kostenlos im Sardar-Begum-Hospital untersuchen und stationär behandeln lassen. Im Jahr 2003 wurden allein insgesamt knapp 10 000 Behandlungen durchgeführt. Dies ist eine außergewöhnliche soziale Leistung, da Saisonarbeitskräfte wie Ballnäher und deren Familien üblicherweise in der Fußballindustrie nicht medizinisch versorgt werden.
Die „Talon Fair Trade Workers Welfare Society“ trägt zudem mithilfe des Fonds dafür Sorge, dass die Arbeitsbedingungen der Ballnäherinnen und -näher verbessert werden und Räumlichkeiten beispielsweise besser belüftet und beleuchtet werden.
4. Schulbildung
In zwei Nähzentren wurde inzwischen je eine Vorschule für die drei- bis fünfjährigen Kinder der Näherinnen und Näher eingerichtet. So können die Eltern sicher sein, dass ihre Kinder während der Arbeitszeit gut betreut werden. Außerdem haben diese Kinder eine bessere Ausgangsposition beim Schulbesuch und gehören hoffentlich zukünftig nicht zu den vielen Analphabeten dieses Landes.
Talon Sports hat sich vertraglich verpflichtet, die gesamte Ballproduktion nach den Kriterien des Fairen Handels umzustellen, sobald der Absatz aller Bälle über den Fairen Handel möglich ist. Zurzeit kann Talon Sports nur einen sehr geringen Teil der Bälle über den Fairen Handel absetzen, das heißt, nur für diesen Teil der Produktion erhalten die Ballnäherinnen und -näher höhere Löhne und nur daraus können die Sozialleistungen finanziert werden.

Die Produzenten
Talon Sports arbeitet insgesamt mit derzeit 1 500 Ballnäherinnen und -nähern zusammen, darunter 500 Frauen. Bei Talon Sports werden die Aufträge der gepa - sofern zeitlich möglich - bevorzugt an die Näherinnen vergeben. Die derzeit 1 500 Ballnäherinnen und -näher arbeiten entweder in Talon Sports eigenen Nähzentren oder in unabhängigen Nähzentren, die Aufträge von Talon Sports erhalten.
Die Produzenten werden nach Stücklohn bezahlt, abhängig von der Qualität der gefertigten Bälle. In einem Monat, der bis zu 24 Arbeitstagen hat, kann ein erfahrener Näher oder eine Näherin je nach Qualität zwischen 70 und 144 Bälle nähen. Bereits wenn zwei Erwachsene je etwa zwei Drittel ihrer Bälle zu fairen Bedingungen herstellen könnten, wäre der Grundbedarf ihrer Familie gedeckt.
Talon Sports bot von Anfang an Frauen die Chance, durch ihre Arbeit zum gemeinsamen Familieneinkommen beizutragen. Vor der Atlanta-Vereinbarung und der damit verbundenen Umstellung auf große Nähzentren haben sehr viele Frauen Bälle zu Hause genäht. Da eine Zusammenarbeit von Männern und Frauen in den gleichen Räumlichkeiten im islamisch geprägten Pakistan aber nicht möglich ist, verloren viele Frauen zunächst ihre Arbeit. Talon Sports arbeitet deshalb von Anfang an mit speziellen Frauen-Nähzentren zusammen. Andere Firmen sind inzwischen diesem Beispiel gefolgt, so dass es zurzeit insgesamt 276 Frauen-Nähzentren in der Region von Sialkot gibt. Dies ist besonders wichtig, da das Nähen von Bällen für Frauen eine der wenigen Möglichkeiten ist, berufstätig zu sein.

Produktion und Vermarktung
Das Material für die Bälle wird in der Fabrik von Talon Sports in Sialkot vorbereitet. Als Obermaterial wird Polyurethan, PVC oder eine Verbindung aus beidem verwendet. Darunter befinden sich mehrere Polyester- oder Baumwolllagen, die mit dem Obermaterial verklebt werden. Danach werden die so entstandenen Matten 12 Stunden in einer Kammer bei circa 70 Grad Celsius getrocknet und anschließend noch 48 Stunden bei Raumtemperatur gelagert, bevor sie verarbeitet werden. Aus den Matten werden die einzelnen Waben ausgestanzt, die einen Ball ergeben, und mit Nahtlöchern versehen. So werden zum Beispiel für einen Fußball in der Größe fünf (68,5 bis 69,5 Zentimeter Umfang) 12 kleine Fünfecke und 20 größere Sechsecke benötigt, die jeweils eine Seitenlänge von fünf Zentimeter haben. Erst nach dem Ausstanzen werden die Waben je nach Balldesign im Siebdruckverfahren bedruckt. Nun wird das Fünfeck mit dem Ventilloch mit der vorgefertigten Blase inklusive Ventil verklebt. Danach werden die für die Bälle benötigten Fünf- und Sechsecke in eine Plastiktüte verpackt und in die Nähzentren geschickt. Dort werden die Bälle dann von Hand zusammengenäht. Ist der Fußball fertig, wird er aufgepumpt und so zurück an die Zentrale von Talon Sports geschickt. Dort findet die abschließende Qualitätskontrolle statt und schließlich werden die Bälle für den Export fertig gemacht.
Die gute Qualität unserer Fußbälle entspricht den Anforderungen, die die Fußballbegeisterten an Bälle stellen. Sie zeichnen sich durch eine langlebige Blase im Inneren des Balles und die Verwendung von robustem Synthetikmaterial aus. Um ein vielfältiges Sortiment zu bieten, hat die gepa auch Bälle mit dem IMS-Siegel (International Matchball Standards) und dem FIFA-Siegel im Angebot.
Die Vermarktung in Deutschland erfolgt seit Frühjahr 1998, damals speziell zur Fußball-Weltmeisterschaft eingeführt. Bis Februar 2004 wurden von der gepa rund 239 000 Bälle bei Talon Sports bestellt, davon für den Vertrieb in Deutschland circa 148 000 Stück, während
91 000 Bälle an europäischen Fair Handelsorganisationen und andere Kooperationspartner wie Brot für die Welt gingen. Weitere Bälle wurden in den vergangenen Jahren von Talon Sports nach Italien und Kanada verkauft.
Nach dem großen Anfangserfolg zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 ist die Zahl der in Pakistan bestellten Bälle insgesamt jedoch leider stark rückläufig. Von ihrer Jahresproduktion (rund zwei Millionen Bälle) geht nur noch ein Prozent an den Fairen Handel - 1998 waren es noch vier Prozent. Um wieder mehr Bälle von Talon Sports abnehmen zu können, promotet die gepa die Bälle erneut verstärkt zur Weltmeisterschaft 2006.
5/2004

Faire Preise

Zusammensetzung eines Ball-Preises (Infos: „fair play – fair life“, NRW-Kampagne zu fairen Bällen)

Eine häufige Frage ist, wie sich der Preis eines fairen Balles von dem eines konventionell gehandelten unterscheidet. Fakt ist, dass es für den Endkunden kein erheblicher Preisunterschied zwischen einem fair gehandelten und einem konventionellen Ball einer vergleichbaren Qualität festzustellen ist. Im Detail ist die Frage aber nicht so leicht zu klären, da die konventionellen Hersteller und Vertreiber ihre Informationen zu Preisen und Gewinnen nicht gerne weitergeben.

Die gepa unterscheidet sich hier!
Der gepa-Mehrpreis für faire Bälle
Das gepa Fair Handelshaus zahlt für seine Bälle durchschnittlich 21,81 Prozent mehr als die kommerziellen Kunden von Talon Sports. Je nach Qualitätsstufe werden pro Ball Prämien zwischen 0,40 US $ und einem US $ mehr gezahlt. Insgesamt erhielt Talon Sports bisher etwa 260.200 US $ an Mehrpreisgeldern (Stand 11/2005). Über die Verwendung dieses gepa-Mehrpreises entscheidet das Direktorium der „Talon Fair Trade Workers Society“. In dieser Vereinigung sind sowohl Ballnäherinnen und Ballnäher als auch Vertreter von Talon Sports repräsentiert. Im Direktorium sitzen acht von der Belegschaft gewählte Vertreter (darunter zur Zeit zwei Frauen) und drei Mitarbeiter des Managements von Talon Sports. Sie entscheiden gemeinsam darüber , wie der gepa-Mehrpreis, der in einen eigenen Fonds fließt, eingesetzt wird. Im Wesentlichen geht er bislang in vier Bereiche:

Preisvergleich fair/konventionell: Stücklöhne beim Hersteller
konventionell gehandelte Bälle hängen öffentlich in jedem Nähzentrum aus.

Löhne für faire Bälle: Löhne für konventionelle Bälle:
Qualität A: 59 PKR (Pakistanische Rupien) bzw. 0,84 €
Qualität B: 47 PKR bzw. 0,67 €
Qualität C: 37 PKR bzw. 0,52 €
Qualität A: 30 PKR (Pakistanische Rupien) bzw. 0,43 €
Qualität B: 27 PKR bzw. 0,38 €
Qualität C: 22 PKR bzw. 0,31 €

       Umrechnungskurs vom 7.11.2005:
       1 Euro entspricht 70,66537 Pakistanischen Rupien
       1 Pakistanische Rupie (PKR) entspricht 0,01415 Euro (€)


 

Menschen in der Ball-Produktion  - Porträts von Ballnäherinnen und Ballnähern aus Pakistan

Der faire Ball bringt was ins Rollen - Das Nähen der fairen Bälle für die gepa hat bereits einiges bewirkt im ganz persönlichen Leben der Ballnäherinnen und – näher.
Lesen Sie hier die Geschichten von Misbah, Sabur, Rahila, Shabnam, Roma und Zahida - alle sind Näher und Näherinnen aus dem pakistanischen Sialkot.

Portät: Misbah Ikram

Als Misbah Ikram 18 Jahre alt war, begann sie als Näherin. In Gillan Chak, einem kleinen Dorf bei Sialkot, nähte sie Fußbälle für unseren Handelspartner Talon Sports. Misbah Ikram trägt Schleier und ein langes rotes Kleid. Beim Gehen zieht sie ein Bein nach – eine Folge der Kinderlähmung.
Als sie 23 Jahre alt war, übernahm sie in der Näherei in Gillan Chak die Vorschule. Seither unterrichtet sie 50 Kinder ab dem Alter von dreieinhalb Jahren. Einen Raum weiter sitzen die Mütter dieser Kinder und nähen Fußbälle.
Als Misbah Ikram 29 Jahre alt war, nahm sie einen Kleinkredit auf. Die „Fair Trade Workers Welfare Society“ bewilligte ihr 20 000 Rupien, das sind rund 284 Euro. Mit diesem Darlehen richtete Familie Ikram eine bescheidene Werkstatt ein: Der Vater kaufte eine Bohr- und eine Schleifmaschine, gemeinsam mit Misbahs Bruder und Onkel baute er eine Esse neben dem schmalen Schuppen. Hier schmieden die drei Männer große Schneiderscheren. Dank der Schmiedewerkstatt können sich die Ikrams drei Büffel leisten, deren Milch die Großfamilie ernährt.
 ç
Misbah in der Vorschule von Gillan Chak - Bildnachweis: gepa / Oliver Soulas


Portät: Rahila

Rahila ist 40 Jahre alt und eine geachtete Person in ihrem Dorf. Zu ihr kommen die Frauen vor allem, wenn es Probleme bei der Arbeit gibt. Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist, ob die Aufträge für gepa-Bälle gerecht aufgeteilt werden. Denn wer einen Ball der Qualität B näht, auf dem „Fair pay, Fair play“ steht, erhält 74 % mehr, also 47 statt 27 Rupien – kein Wunder, dass die fairen Bälle heiß begehrt sind.
Rahilas Tag beginnt morgens um 5 Uhr mit der Zubereitung des Frühstücks für ihre acht Kinder und ihren Mann und endet spät abends, wenn alle gegessen haben und Rahila die erste Pause des Tages machen kann. Gemeinsam mit ihrer ältesten Tochter näht sie für Talon Sports in einem Frauennähzentrum Bälle.
Dass Rahila für Talon Fußbälle näht, erwies sich als Glücksfall für die Familie. „Talon ist einer der besten Arbeitgeber in der Region“, sagt sie.
Dank der Zusammenarbeit mit der gepa bietet Talon seinen Arbeitern weit mehr als der pakistanische Durchschnittsfabrikant. So gibt es eine kostenlose Gesundheitsvorsorge für alle Arbeiter und ihre Familien. Rahilas Sohn Saha besucht im Nähzentrum eine kleine Vorschule, wo er schon mal Zählen und das ABC auf Urdu und Englisch lernt.
  ç Rahila hat eine Botschaft für die Menschen in Deutschland: „Kauft mehr faire Fußbälle, damit es hier mehr Familien so gut geht wie uns!“

Portät: Roma

Romas Hände fliegen. In jeder Hand hält sie eine Nadel, gleichzeitig stößt sie die gegenläufg durch die vorgestanzten Löcher und zieht den Faden mit einem Ruck fest. Dabei lacht und scherzt sie mit ihren Nachbarinnen, die ebenfalls Fußbälle nähen. Doch was so leicht aussieht, erfordert eine Menge Übung und Konzentration, denn die Löcher zu treffen ist ganz schön knifflig. Für ihren ersten Ball, erinnert sie sich, hat sie noch über zwei Stunden gebraucht. Jetzt schafft sie es in knapp eineinhalb Stunden die 32 Kunstlederstück zu einem Ball zusammen zu fügen.
Auch wenn die Arbeit manchmal etwas eintönig ist - Roma weiß genau, warum sie jeden Tag hier hin ins Frauennähzentrum im Dörfchen Gillan Chak bei Sialkot in Pakistan kommt: Mit den Fußbälle, die sie näht, finanziert sie den Schulbesuch ihrer Geschwister. Roma ist die älteste Tochter der Familie, und damit kommt der 21jährigen eine besondere Verantwortung zu. Ihr Vater verdient als Schmied zwar genug um seine Familie zu ernähren. Doch um auch noch Schuluniformen, Hefte und Bücher für Romas vier Schwestern und vier Brüder zu bezahlen, dazu reicht sein Einkommen nicht.
Fußbälle zu nähen, das ist eigentlich eine schlecht bezahlte Arbeit. Doch Roma hat Glück: Ihr Arbeitgeber Talon stellt auch die Fußbälle für die gepa her. Und jedes mal, wenn Roma einen Ball zusammen näht, auf dem das gepa-Logo steht, bekommt sie fast das Doppelte von dem, was sie üblicherweise mit einem Ball verdient.
Roma hofft, dass sich so der Traum ihrer Familie erfüllen wird: Ihre Geschwister sollen einmal Ärzte, Lehrerinnen und Manager werden.
é
Mit dem, was Romas Fußbälle einbringen, ist der Schulbesuch für die jüngeren Geschwister gesichert.

Portät: Sabur

Seit er 15 Jahre alt ist, näht Sabur Fußbälle. Und da ist nicht der einzige in seiner Familie. Auch seine Frau und sein ältester Sohn nähen Fußbälle, und mit den drei Einkommen kann die neunköpfige Familie so gerade eben überleben. Für kleine Extras reicht es aber trotzdem kaum. Beim letzten Id al-Adha, dem islamischen Opferfest, musste er sich Geld leihen, um seine Familie so, wie es der Brauch an diesem wichtigen religiösen Fest will, neu einkleiden zu können. Und an das traditionelle Festessen wäre ohne ein kleines Darlehen auch nicht zu denken gewesen.
Aber Sabur hat Glück, denn es ist allgemein bekannt, dass er bei Talon arbeitet und so immer wieder faire Fußbälle nähen darf. Dann verdient er fast doppelt soviel wie normalerweise, und das macht ihn kreditwürdig.
Letzten Monat zum Beispiel, da waren 80 Prozent der Bälle die er nähte, für die gepa und Sabur konnte auf einen Schlag all sein Schulden zurück bezahlen.
  ç  „Wenn ich nur noch faire Fußbälle nähen würde, dann wäre ich ein reicher Mann“ sagt er, und hofft, dass auch in Zukunft viele Aufträge von der gepa kommen.


Portät: Shabnam

Eigentlich wäre Shabnam gerne Modedesignerin geworden. Abends, wenn sie vom Fußball nähen nach Hause zu ihren Eltern kommt, schneidert sie immer noch nach eigenen Entwürfen ein paar Kleider für die Nachbarinnen.
Überhaupt hat Shabnam die selben Träume wie alle 19jährigen Mädchen auf dieser Welt: Hübschen Schmuck und Make-up hätte sie gerne, um vielleicht einmal so schön auszusehen wie Nasiba, ihre Lieblingssängerin. Oder einen Walkman, damit sie während der Arbeit Musik hören kann.
Doch an all das ist nicht zu denken. All das Geld, das sie bei Talon mit dem Fußballnähen verdient, fließt in ein ehrgeizige Projekt ihrer Eltern: Ihr kleines Haus soll endlich fließend Wasser und Strom bekommen, damit ein Ventilator gegen die Hitze angeschafft werden kann und das Wasser nicht immer vom Brunnen geholt werden muss. Und weil Shabnam auch immer wieder faire Fußbälle nähen kann, für die sie fast doppelt soviel Lohn erhält, könnte dieser Traum tatsächlich bald Wirklichkeit werden.

 ç  All das Geld, das sie bei Talon mit dem Nähen von Fußbällen verdient, fließt in ein ehrgeiziges Projekt ihrer Eltern: ihr Haus mit fließend Wasser und Strom zu versorgen

Portät: Zahida

Zahida ist die Herrin über ein kleines Reich, in dem es all das gibt, was man in Pakistan für das tägliche Leben braucht: Tee und Henna, Eier und Waschmittel, Mehl und bunte Bangles, wie die Armreifen hier genannt werden.
Zu verdanken hat die 50jährige diesen Reichtum den Fußbällen. Aus den Mehreinnahmen, die Talon dank der Aufträge der gepa für fair gehandelte Bälle hat, werden Kleinkredite an Näher vergeben. Vor drei Jahren hat sich Zahida um so einen Kredit von 20.000 Rupies, etwa 280 Euro, beworben um ihren Laden einzurichten.
Der Laden läuft gut – der Kredit ist längst zurück gezahlt und das Geschäft wirft genug ab, damit die Familie ihre sechs Töchter und den Sohn zur Schule schicken kann.
Es bleibt sogar etwas für Investitionen übrig: Vor kurzem hat Zahida eine Kühltruhe gekauft. „Etwas so luxuriöses wie gekühlte Getränke gab es in dem kleinen Dorf bis lang nicht“ sagt sie stolz.

 ç  Tagsüber, wenn Zahida Fußbälle näht, sitzt ihr Mann hinter dem Tresen und verkauft den Bewohnern des Dorfes Gillan Chak bei Sialkot Kartoffeln und Gemüse, Abends und am  
        Wochenende kümmert sie sich selber um ihr Unternehmen.