Die „Pyramide“ der Nachhaltigkeit
Mehr Nachhaltigkeit im alltäglichen Konsum wird allgemein bejaht – doch: Wie geht das? Dazu gab Marcus Wittkampp am 21. Juli im erfreulich gut besetzten Martin-Luther-Saal der Ev. Kirche eine erste, eher allgemein gehaltene Orientierung. 

Eingeladen hatten ihn die Volkshochschule und der EineWelt-Laden Altbach.
Nachhaltigkeit, so Wittkamp, heißt, die gegenwärtigen Bedürfnisse zu befriedigen ohne die Zukunft zu beeinträchtigen. Derzeit aber sind im Jahresverlauf bereits im August die Ressourcen für die Gegenwart aufgebraucht; die folgenden Monaten lebt die Welt auf Kosten ihrer Kinder. Immerhin ließe sich diese Grenze verschieben: Kein Fleischverzehr: plus 5 Tage, nur noch 50% der Autofahrten: plus 15 Tage, noch mehr bei CO2.freiem Heizen. Und das weltweit! Nur individuell kann man damit beginnen. Aber was ist zu tun?
Orientierung im Alltag kann eine Pyramide bieten mit 6 Handlungsstufen, deren Reihenfolge zugleich eine Rangfolge ist; Neukauf steht an letzter Stelle.

1. Vorhandenes (weiter) nutzen, z. B. das noch intakte Smartphone. 

2. Reparieren, z. B. selber oder (an vielen Orten) im „Reparatur-Café“. 

3. Selber herstellen und die Anleitung an andere weitergeben (und von anderen bekommen). 

4. Dinge tauschen und (ver-)leihen, z. B. über eine Tauschbörse. 

5. Gebrauchtes kaufen. z. B.  über Internet, im Second-hand-Laden. 

6. Kaufen, aber dann möglichst regional, fair gehandelt und ökologisch korrekt.

Dass noch viele Details zu bedenken sind und niemand diese Pyramide ganz erfüllen kann, zeigte die abschließende Gesprächsrunde. Die Initiative des aufgeklärten Verbrauchers sei gefragt, nicht Verordnungen „von oben“. Viele Tipps der Zuhörer aus eigener Erfahrung füllten das sechsteilige Schema noch weiter mit konkreten Inhalten wie: Reste nutzen, überhaupt weniger konsumieren, Palmfett (dessen Gewinnung den Regenwald schädigt) vermeiden, Ökolabel beachten…. ; der Abend hätte noch lang werden können. Mit dem Stichwort „fair trade“, ein Angebot zum verantwortungsvollen Einkauf im Altbacher EineWelt-Laden, schloss dessen  Vorsitzender Reinhold Schreiner den Abend: Dank an die VHS, den Referenten und die Besucher.
Dr. H-D Reeker